Grüner Wintersport

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Skifahren, Snowboarden, Rodeln und Tourengehen. Wie klimafreundlich ist der vermeintliche Natursport wirklich? Und wie lässt sich das Wintererlebnis in Schwarzwald und Alpen umweltfreundlicher gestalten? Neue Trends und nützliche Tipps für alle Schneesportler.

Die Zeiten, in denen der Ausbreitung des kommerziellen Wintersports keine Grenzen gesetzt waren und ohne Rücksicht auf Natur und Umwelt immer mehr Skilifte und Ressorts gebaut wurden, gehören zumindest größtenteils der Vergangenheit an. Nachhaltigkeit und Naturschutz werden im Wintersport immer wichtiger. Sowohl für die Betreiber der Skilifte, die aus reinem Eigennutz ihr Kapital schützen wollen, als auch für umweltbewusste Skifahrer, die in einer intakten Bergwelt ihrem Sport nachgehen wollen. Auch der Klimaschutz sollte dabei angesichts wärmerer Winter und der Gletscherschmelze in den Hochgebirgen im Interesse aller stehen.

Wohin? Klimafreundliche Destinationen im Wintersport

Warum in die Ferne ziehen, wenn die Berge so nah sind? Die Fahrt zu den Skiorten ist für die Klimafreundlichkeit des Winterurlaubs entscheidend. Also, lieber Schwarzwald oder Alpen als nach Alaska oder in die künstlichen Skihallen in den Niederlanden und Duabi. Aber nicht nur die Entfernung entscheidet, sondern auch die Bedingungen vor Ort. Die Unterbringung der Touristen in Hotels und Pensionen und der Verkehr vor Ort beansprucht viel Energie. Verschiedene Skiorte setzen hier mit nachhaltigen Energiekonzepten bewusst auf „sanften Skitourismus". Einige Empfehlungen von Utopia
Natürlich mit Vorsicht zu genießen, denn auch "Green-Washing" ist für die Marketing-Experten weißer Bergwelten sicher kein Fremdwort mehr. Direkte Nachfrage bei Hotels und Utnerkünften hilft hier sicher weiter.

Hinkommen. Anfahrt per Bus und Bahn.

Im Schwarzwald sind alle größeren Skigebiete problemlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Sicher und entspannt kommen Wintersportler mit Bahn und Bus innerhalb einer Stunde von Freiburg auf den Feldberg oder den Notschrei.
Zum Rodeln, Wandern und Langlaufen empfiehlt sich auch die Schauinslandbahn.
Für die Fahrt in die Alpen weisen ebenfalls Züge und Reisebusse die beste Klimabilanz auf.

Wann? Künstlicher Winter zu jeder (Jahres)-Zeit.

Dank Kunstschnee geht die Skisaison auch abseits hoher Gletscher von November bis Mai. Bleibt natürlicher Schneefall aus, wird mit Kanonen nachgeholfen. Der Naturschnee ist dann nur noch willkommene Ergänzung. Eine Ökosünde nach Meinung vieler Experten, denn Schneekanonen brauchen viel Energie- und Wasser und stören das natürliche Ökosystem der Bergwelt. Laut Mountain Wilderness, einer internationalen Umweltorganisation, benötigt es 4.000 Kubikmeter Wasser und ca. 25.000 Kilowattstunden Strom um einen Hektar Skipiste eine Saison lang zu beschneien. Um die entsprechende Stromrechnung in Höhe von € 150.000 pro Hektar Beschneiung begleichen zu können, müssen Wintersportler höhere Liftpreise bezahlen. Und es scheint sich zu rentieren. Denn wir Wintersportler wollen meist dann den Winter genießen, wenn es uns gerade passt. Hier ist Spontanität und Anpassung gefragt, die sich kaum einer leisten kann.

Welche Bretter, oder ganz ohne? Neuer Trend zur Natur.

Es muss ja nicht immer Alpin sein, und schon gar nicht die klassische Pistenabfahrt. Mit Schneeschuhwanderungen, Langlauftouren und alpinen Skitouren abseits der Pisten geht der Wintersport zurück zu seinen Wurzeln. Fern der Massen finden Wintersportler hier ihr individuelles Naturerlebnis in den Bergen. Und auch die Möglichkeit klimafreundlicher Wintersport zu betreiben. Zumindest dann, wenn man den Berg auch mit eigener Kraft hoch und nicht nur herunter kommt. Heli-Skiing in den Bergen Kamtschatkas gehört wohl kaum zu den nachhaltigen Ausprägungen dieses neuen Wintersporttrends. Wie es umweltfreundlicher geht, zeigt der Deutsche Alpenverein. Auch mit nützlichen Tipps in Sachen Sicherheit und Lawinenschutz.

Infos und Routentipps zu Langlauf und Schneeschuhwanderungen bietet der Naturpark Südschwarzwald

Sebastian Drescher

 

 

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