Heiße Phase beginnt

Der Klimagipfel in Kopenhagen geht in die entscheidende Runde. Mit kleinen Schritten ging es bisher voran,die großen Entscheidungen und umfassende Kompromisse stehen noch aus. Man hofft auf die Staats- und Regierungschefs und eine Einigung auf höchster Ebene. Dabei geht es nicht nur um den Schutz des Klimas, sondern auch um Machtpolitik und Verteilungsfragen zwischen Nord und Süd. Mehr zum aktuellen Stand und den Hintergründen.
Aktuell werden auf der Klimakonferenz in Kopenhagen zwei Textvorlagen von den Delegierten verhandelt. Der eine beschränkt sich im wesentlichen auf eine Verlängerung des Kioto-Protokolls, der zweite beschreibt ein neues Klimaabkommen nach dem auch Schwellenländer langfristig ihre Emissionen reduzieren müssen. Die Positionen der beiden CO2-Supermächte USA und China sind nach wie vor verhärtet. China lehnt vertraglich festgelegte Reduktions-Ziele bisher kategorisch ab und will weiterhin als Entwicklungsland behandelt werden, die USA dagegen fordern klare Zugeständnisse von den großen Schwellenländern.
Hinzu kommt, dass die Beschränkung des Temperaturanstiegs um zwei Grad kritisiert wird. Vor allem von jenen Staaten, die am meisten vom Klimawandel betroffen sind, wie die pazifischen Inselstaaten denen das Wasser jetzt schon bis zum Hals steht. Sie fordern eine Beschränkung auf 1,5 Grad Temperaturanstieg als Grundlage für ein neues Klimaabkommen. Unterstützt werden sie dabei von Afrika und den G77, einem Zusammenschluss von über 140 Entwicklungsländer. Deutschland und Frankreich wollen am morgigen Dienstag direkt mit Vertretern dieser Länder verhandeln, denn eine Reduzierung auf 1,5, Grad geht selbst den reformwilligen EU-Staaten zu weit.
Viele Bäume, weniger Wald und noch kein Geld
Erste Erfolge wurden dagegen bei der Einführung eines Abkommens zum Schutz der Wälder erzielt. Rund 20 Prozent aller Emissionen entstehen durch die Abholzung der Wälder, gleichzeitig gehen wertvolle Kohlenstoff-Senken verloren. Mit dem neuen Abkommen (REDD) sollen vor allem die Tropenwälder geschützt werden. Allerdings ist bisher nur geregelt, wie die Bäume gezählt werden. Die Einigung auf eine Methode ist laut Experten jedoch ein wichtiger erster Schritt. REDD sieht vor, dass die Industrieländer den Entwicklungsländern Ausgleichszahlungen leisten, wenn diese ihre Baumbestände erhalten. Und da muss natürlich vorher geklärt werden, wie viele Bäume pro Wald jeweils geschützt werden.
Problem dabei, es ist generell noch gar nicht festgelegt, wie hoch die finanzielle Unterstützung sein wird, die die Industrieländer den Entwicklungsländern für die Anpassung an den Klimawandel bereitstellen. Die EU hat rund sieben Milliarden jährlich in Aussicht gestellt, die Entwicklungsländer fordern 300 bis 400 Milliarden. Unabhängigen Schätzungen zufolge benötigen die Entwicklungsländer 75 bis 100 Milliarden pro Jahr um sich an Klimawandel und veränderte Lebensumstände anpassen zu können.
Dossiers und Blogs mit aktuellen Infos und Hintergrundberichten:
www.wir-klimaretter.de
Umfassende Berichterstattungen zum Gifpel und den Protestaktionen
www.taz.de
Übersichtsseite der TAZ mit Live-Ticker und Kommentaren
blog.zdf.de/klimagipfel
Blog des ZDFs vom Klimagipfel gibt Einblicke hinter die Kulissen der Konferenz
www.rp-online.de/wissen/klima
Ein Blog der deutschen NGO Germanwatch auf RP-Online
www.klima-der-gerechtigkeit.de
Blog mit fundierten Beiträgen zum Klimagipfel

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