Passivhaus - Freiburgs Zukunft


Passivhäuser überzeugen durch extrem niedrigen Energieverbrauch und hohen Wohnkomfort. In Freiburg ist das Passivhaus Standard für städtische Gebäude, ab 2009 werden auch die energetischen Standards für Neubauten auf allen städtischen Flächen stufenweise angehoben.


Passivhaus - was bedeutet das?
Das Passivhaus ist ein moderner und energiesparender Baustandard, der seit 1991 besteht. Der Standard gibt einen Verbrauch der Heizungsenergie vor, der nicht über 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr liegen sollte. Teilweise kommen Passivhäuser komplett ohne separate Heizungs- und Lüftungssysteme aus, garantieren durch spezielle Bauweisen aber trotzdem eine sehr angenehme Temperierung der Wohnräume bei jeder Witterung. Passivhäuser sparen im Vergleich zu konventionellen Neubauten 80%, im Vergleich zu Altbauten oft sogar 90% an Heizkosten ein. Und sind damit energiesparend, klimafreundlich und in höchstem Maße nachhaltig.

 

Angenehme Temperaturen ohne Heizung, wie funktioniert das?
Beim Bau von Passivhäusern wird nach verschiedenen Grundsätzen gebaut, die zusammen eine effiziente Dämmung und Lüftung und eine Nutzung natürlicher Wärmequellen, wie der Sonne ermöglichen.

  • Eine gut gedämmte Gebäudehülle mit Dämmstärken zwischen 25 und 40 cm hält die Wärme im Haus.
  • Sehr gute Fenster mit Dreifachverglasung und gut isolierte Fensterrahmen lassen Sonnenlicht eintreten und verhindern gleichzeitig die Abkühlung.
  • Die Südausrichtung des Gebäudes, das heißt eine große Gebäudefront muss sich nach Süden öffnen und sollte nicht im Schatten anderer Häuser stehen, ermöglicht sogar im Winter die passiv Nutzung der Sonnenenergie. Für den Sommer werden Verschattungen wie Balkone oder Jalousien gezielt angebracht.
  • Eine Komfortlüftung, bei der die Abluft 80% ihrer Wärme an die Zuluft abgibt, schafft ein sehr angenehmes Raumklima bei geringem Energieverbrauch.

Zusätzlich werden oft Photovoltaik- oder Solaranlagen zur Energiegewinnung eingesetzt, wodurch das Passivhaus noch nachhaltiger und energiesparender bewirtschaftet werden kann. Teilweise werden sogar Energie-Überschüsse erzielt, die Passivhäuser oder -Wohngebiete produzieren mehr Energie als sie verbrauchen.

 

Passivhäuser in Freiburg
Nicht nur in der Solarwirtschaft, auch bei umweltfreundlichen Bauprojekten ist Freiburg Vorreiter. In den letzten zehn Jahren wurden eine Reihe von Projekten realisiert, die den Passivhausstandard erfüllen. Erfolgreiche Pilotprojekte, wie das Solarschiff in der Merzhauser Straße und das Passivhaus in der Vauban oder die aktuellen Neubauten an der Feyel-Schule in Ebnet oder der Wentzinger-Schulen im Mooswald setzen hier neue Maßstäbe.

 

Zukunft der Passivhäuser
Ab 2009 ist die Passivhaus-Bauweise Standard für alle städtischen Gebäude in Freiburg, zusätzlich sind ganze Passivhaus-Baugebiete in Freiburg geplant.
Auch die energetischen Anforderungen an private Neubauten werden ab 2009 nach und nach angehoben. Das bedeutet zwar mehr Investitionen, lohnt sich aber aufgrund der hohen Energieeinsparungen.